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Erste SpielstĂ€tte des SV Meppen war ein zum FuĂballplatz umgestaltetes Areal auf der so genannten SchĂŒlerwiese. Dieses GelĂ€nde am Schullendamm diente den SchĂŒlern des Gymnasiums schon 1898 zur AusĂŒbung der damals ĂŒblichen Spiele wie Schlagball und Faustball. Im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende und erst recht nach der GrĂŒndung des SV Amisia Meppen im Jahr 1912 wurde auf der SchĂŒlerwiese jedoch auch FuĂball gespielt. Da der mitten in einem Hochwassergebiet der Ems gelegene Platz jedoch oft ĂŒberschwemmt war, wurde bald Ausschau nach einer âwetterfestenâ sportlichen Heimat gehalten â gefunden wurde sie an der heutigen SpielstĂ€tte des SVM.
Nach zweijĂ€hrigem Arbeitseinsatz zahlreicher Vereinsmitglieder wurde der damals in der Gemarkung Borken gelegene Platz am 22. Juni 1924 mit einem Wettspiel zwischen dem SV Meppen und Union MĂŒnster feierlich eingeweiht. Drei Jahre spĂ€ter, am 2. Oktober 1927, bekam die StĂ€tte ein zweites Mal ihre Weihen, als sie am 80. Geburtstag des ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg den Namen âHindenburgstadionâ verliehen bekam. Mittlerweile war das zuvor noch sehr schlichte und sandige SportgelĂ€nde in eine Arena mit RasenflĂ€che, einer neun Meter breiten Schlackenbahn, höher liegenden ZuschauerrĂ€ngen, zwei Sprunggruben und SitzbĂ€nken in einer LĂ€nge von 100 Metern ausgebaut worden. Der Entwurf hierfĂŒr stammte vom Meppener Architekten Timpe, ausgefĂŒhrt wurde die Erweiterung unter anderem mit Hilfe zahlreicher Arbeitsloser. FederfĂŒhrend beim Ausbau war ein junger FuĂballer des SVM, der sich beim Architekten Timpe seine ersten beruflichen Sporen verdiente: Hermann Wewers. Er lenkte spĂ€ter (1954 â 1968) als verdienstvoller Vorsitzender die Geschicke unseres Vereins.
Nachdem das Stadion am 5. Februar 1929 in den Besitz der Stadt ĂŒbergegangen war, begann diese damit, das Areal zu einem Sportzentrum auszubauen. Noch im selben Jahr wurde ein WirtschaftsgebĂ€ude erstellt, anschlieĂend installierte man eine provisorische Duschanlage. AuĂerdem wurden am Rand des FuĂballfeldes fest verankerte TurngerĂ€te wie Reck, Barren und Ringe angebracht. Zudem errichtete (ausgerechnet) die Firma Krupp, die in unmittelbarer NĂ€he des Platzes ein riesiges SchieĂversuchsgelĂ€nde unterhielt, an der nordöstlichen Seite des Stadions ein Denkmal fĂŒr die Gefallenen des 1. WeltkriegsâŠ
Nicht nur als SportstĂ€tte, sondern auch als Ort politischer Kundgebungen diente das Hindenburgstadion im Nationalsozialismus. Vor und wĂ€hrend des 2. Weltkriegs vollzog hier die SA mindestens einmal monatlich ihre AufmĂ€rsche. An sportliche TĂ€tigkeiten im Stadion war fĂŒr die einheimische Bevölkerung unmittelbar nach Kriegsende nicht zu denken. Die mit etwa 30.000 Soldaten ins Emsland einmarschierten polnischen Truppen beschlagnahmten die SportstĂ€tte und trugen hier Vergleiche mit britischen, kanadischen und niederlĂ€ndischen Soldatenmannschaften aus. Ende der 40er Jahre, als die Besatzungstruppen das Emsland verlassen hatten, konnte die Stadt Meppen wieder frei ĂŒber ihre Sportanlagen verfĂŒgen. Schnell fanden sich Freiwillige, die das stark verwĂŒstete Hindenburgstadion instandsetzten. Aus Gelsenkirchen wurden Betonplatten herangeschafft, die dem Bau von StehrĂ€ngen dienten. SpĂ€ter kam dann eine von Hermann Wewers entworfene SitztribĂŒne hinzu.
Markantester Punkt des Platzes aber war (bis zu ihrem Abriss in den 80er Jahren) die 1958 modernisierte StadiongaststĂ€tte. Das an der Westseite errichtete und von prĂ€chtigen Linden gesĂ€umte Bauwerk diente nicht nur den Aktiven als UmkleidestĂ€tte (im Keller oder im Schankraum). Rechtzeitig erschienenen Zuschauern bot sie von ihrer groĂflĂ€chigen Terrasse auch tolle Sicht auf das Spielfeld. Nach und nach entwickelte sich das Hindenburgstadion zu einer zeitgemĂ€Ăen SportstĂ€tte. 1962 wurde mit erheblichen Eigenleistungen des Vereins die TribĂŒne ĂŒberdacht und mit separaten Umkleidekabinen versehen. Und am 10. Dezember 1969 erfĂŒllte sich der SVM den Wunsch nach einer Flutlichtanlage mit sechs Masten von etwa 17 Metern Höhe und einer LichtstĂ€rke von 200 Lux.
Der Zahn der Zeit nagte jedoch schneller als gedacht an den Ausbauten. Unter anderem wurden die Flutlichtmasten wegen SicherheitsmĂ€ngeln abmontiert. So kam es nach ausgiebigen Diskussionen 1985 schlieĂlich zur âgroĂen Lösungâ: Neben dem Haupteingang an der SĂŒdseite entstand ein neues EingangsgebĂ€ude mit gröĂeren Umkleidekabinen und einer gerĂ€umigen GaststĂ€tte. Zwei Jahre spĂ€ter erstrahlte auch die renovierte TribĂŒne in neuem Glanz.
In den Jahren zuvor hatte das Stadion FuĂballfesttage erlebt, die alle bis dahin gekannten Dimensionen sprengten. Am 12. Juli 1973 lockte der damalige Welt- und Europapokalsieger Ajax Amsterdam mit Superstar Johan Cruyff 17.500 Zuschauer an. Und am 3. August 1982 sĂ€umten sogar 18.500 Fans (Stadionrekord) das völlig ĂŒberfĂŒllte SVM-Oval, als der von Udo Lattek trainierte FC Barcelona ein Gastspiel in Meppen gab. Star im Barca-Team war mit dem gerade erst verpflichteten Diego Armando Maradona der weltbeste FuĂballer seiner Zeit, der an jenem Tag seinen ersten Auftritt auf europĂ€ischer BĂŒhne hatte! âDie Weltâ, so stellte am Tag danach eine Zeitung fest, âhat auf Meppen geschaut.â
Eine tiefe ZĂ€sur brachte das Jahr 1987. Nach dem Aufstieg des SVM in die 2. Bundesliga musste die Platzanlage in wesentlichen Teilen umgebaut werden. Unter anderem forderte der Deutsche FuĂballbund eine UmzĂ€unung der Laufbahn. Nach der am 25. Juni 1992 erfolgten Umbenennung in âEmslandstadionâ folgte 1993 die bedeutendste VerĂ€nderung, nĂ€mlich der Umbau zu einer reinen FuĂballarena ohne LaufflĂ€chen. Einzig an der traditionell den GĂ€stefans vorbehaltenen Nordseite blieb eine âKurveâ erhalten. Zur Einweihung der an der Ostseite mit 3100 Sitz- und 1400 StehplĂ€tzen neu errichteten HaupttribĂŒne erschien am 23. Juli 1993 Bundesligist Borussia Mönchengladbach zu einem Freundschaftsspiel. Zu den weiteren UmbaumaĂnahmen zĂ€hlten die Errichtung eines modernen SanitĂ€r-, Fitness- und Regenerationstraktes, einer neuen GeschĂ€ftsstelle sowie eines Fanshops.
Last not least begann am 7. Oktober 1996 eine âleuchtende Ăraâ: AnlĂ€sslich des Zweitliga-Punktspiels gegen Carl-Zeiss Jena wurde eine neue Flutlichtanlage (750 Lux) in Betrieb genommen. Damit erfĂŒllte das SVM-Areal mit seinem Fassungsvermögen fĂŒr 16.500 Zuschauer endgĂŒltig die Kriterien fĂŒr internationale Partien, von denen inzwischen mehrere in Meppen ausgetragen wurden. Unter anderem fanden hier LĂ€nderspiele der deutschen U 21-Nationalmannschaft gegen die Ukraine, Schottland und die Niederlande sowie Halbfinalpartien des DFB-Ligapokals statt â alles auf jenem Rasen, mit dem bereits Weltstars wie Diego Maradona, Johan Cruyff und Alan Simonsen Bekanntschaft gemacht haben. Im Jahr 2005 erfolgte die Umbennenung in vivaris Arena Emsland, am 1. Juli 2011 erhielt das Stadion den Namen MEP-Arena.
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